Ein Hund im Zug ist für viele Halter Alltag: zum Tierarzt in die nächste Stadt, übers Wochenende zu Freunden oder in den Urlaub ohne Auto. Bei der Deutschen Bahn entscheidet vor allem eine Frage über Ticket und Maulkorb, nämlich ob der Hund in eine Transporttasche passt. Hier stehen die Regeln der Bahn im Überblick, dazu was mit Deutschlandticket, im ICE und im Nachtzug gilt und wie die erste Fahrt entspannt klappt. Stand der Regeln: September 2026.
Deutsche Bahn: Hund mitnehmen, die Regeln im Überblick
Wer bei der Deutschen Bahn einen Hund mitnehmen will, kommt mit wenigen Regeln aus. Sie gelten im Fernverkehr ebenso wie in den Regionalzügen der DB:
- Kleine Hunde bis zur Größe einer Hauskatze reisen in einem geschlossenen Transportbehälter kostenlos, sie gelten als Handgepäck.
- Größere Hunde brauchen eine eigene Fahrkarte zum halben Preis.
- Leine und Maulkorb sind im Zug Pflicht für jeden Hund, der nicht in einer Box reist.
- Der Platz ist vor, unter oder neben dem Sitz. Eine Sitzplatzreservierung für Hunde gibt es nicht.
- Bordrestaurant und Bordbistro sind für Hunde tabu.
- Blindenführhunde und gekennzeichnete Assistenzhunde fahren kostenlos und ohne Maulkorb.
Weil sich Beförderungsbedingungen ändern können, lohnt vor jeder längeren Reise ein kurzer Blick auf die aktuellen Hinweise der Bahn, besonders bei Verbindungen ins Ausland.
Hundeticket bei der Deutschen Bahn: Was kostet ein Hund im Zug?
Ein Hundeticket ist bei der Bahn keine eigene Tarifart, sondern eine zweite Fahrkarte zum halben Preis. Das gilt für den Flexpreis, für den Normalpreis im Nahverkehr und ebenso für die Sparpreise im Fernverkehr. Gebucht wird online oder in der App: Unter „Reisende“ kommt der Reisendentyp „Hund“ dazu, der Preis wird automatisch mitberechnet.
Was ein Hund im Zug kostet, hängt damit an Strecke und Preisstufe der Begleitperson. Eine Reservierung braucht er nicht, weil sein Platz ohnehin am Boden ist.
Günstiger wird es im Nahverkehr mit Angeboten wie dem Quer-durchs-Land-Ticket oder den Länder-Tickets. Beim Länder-Ticket zählt ein großer Hund wie ein erwachsener Mitfahrer, bei der Buchung wird statt eines Namens das Wort „Hund“ eingetragen. Kleine Hunde in der Box fahren auch hier kostenlos.
Deutschlandticket mit Hund: was im Nahverkehr gilt
Das Deutschlandticket schließt den Hund nicht automatisch ein. Ob er kostenlos mitfährt oder ein Zusatzticket braucht, legt der jeweilige Verkehrsverbund fest. Nach Angaben der Dortmunder Stadtwerke (DSW21) fahren Hunde zum Beispiel in NRW, Berlin, Brandenburg, Hamburg und im Saarland ohne Aufpreis mit. In anderen Regionen orientiert sich das Zusatzticket oft am Kindertarif.
Für den Hund in der Bahn, im Bus oder in der U-Bahn gibt es zwei Konstanten: Kleine Hunde in einem geschlossenen Behältnis zählen bundesweit als Handgepäck und fahren kostenlos, und angeleint ist ein Hund im Nahverkehr fast überall. Beim Maulkorb unterscheiden sich die Verbünde. Manche verlangen ihn während der ganzen Fahrt, andere nur, dass er dabei ist und bei Bedarf angelegt wird.
Wer regelmäßig dieselbe Strecke fährt, schaut einmal in die Beförderungsbedingungen des eigenen Verbunds und hat das Thema geklärt. In ICE, IC und EC gilt das Deutschlandticket ohnehin nicht, dort greifen die Regeln der Bahn von oben.
Hund ohne Maulkorb im Zug: wann das geht und was sonst passiert
Ohne Maulkorb reist ein Hund in Zügen der Deutschen Bahn nur in wenigen Fällen: in einem geschlossenen Transportbehälter, als Blindenführ- oder gekennzeichneter Assistenzhund oder wenn ein Schwerbehindertenausweis mit Merkzeichen „B“ vorliegt. Für alle anderen Hunde gilt im Zug Maulkorb- und Leinenpflicht, unabhängig von Größe und Wesen.
Die Folge eines fehlenden Maulkorbs ist vor allem praktischer Natur. Lässt er sich auf Aufforderung nicht anlegen, darf das Zugpersonal die weitere Mitnahme verweigern, und die Reise endet am nächsten Halt. Deshalb gehört der Maulkorb auch dann ins Gepäck, wenn der Hund ihn selten trägt.
Am entspanntesten klappt das mit Übung zu Hause: kurz aufsetzen, belohnen, wieder abnehmen und die Tragedauer langsam steigern. Ein Hund, der seinen Maulkorb kennt, nimmt ihn im Zug gelassen hin. Im Nahverkehr kann die Regel lockerer sein, verlassen sollte man sich darauf nur mit Blick in die Bedingungen des Verbunds.
Kleine Hunde in der Tasche: kostenlos, ohne Maulkorb, unter dem Sitz
Für kleine Hunde ist die Tasche der einfachste Weg, den Hund im Zug mitzunehmen. Sie löst drei Fragen auf einmal: Der Hund gilt als Handgepäck, der Maulkorb entfällt, und im Gedränge steht er nicht zwischen fremden Füßen. Die Grenze zieht die Bahn bei der Größe einer Hauskatze, das betrifft Hunde wie Chihuahua, Malteser oder Yorkshire Terrier.
An das Behältnis stellt die Bahn klare Anforderungen. Es muss geschlossen, sicher und verschließbar sein, etwa eine Tierbox oder eine spezielle Tragetasche, und es gehört unter den Sitz oder in die Gepäckablage, nicht auf einen Sitzplatz. Für Fahrten nach Österreich, Italien und in die Schweiz nennt die Bahn eine Höchstgröße von 70 × 30 × 50 cm.
Die Hundetragetasche zum Umhängen ist für solche Wege gemacht. Unterwegs schaut der Kopf heraus, im Zug schließt das aufrollbare Netzverdeck die Öffnung, Luft und Sicht bleiben. Die feste Bodenplatte hält die Tasche in Form, wenn sie am Boden steht, und die innenliegende Sicherungsleine wird am Geschirr eingehakt. Es gibt sie in S mit 34 × 17 × 25 cm für Hunde bis ca. 3 kg und in M mit 43 × 19 × 31 cm bis ca. 6 kg.
Welche Größe zu welchem Hund passt, erklärt der Ratgeber Hundetragetasche: welche Größe?, weitere Modelle stehen in der Kategorie Hundetaschen. Wichtig für die Akzeptanz: die Tasche vor der ersten Fahrt zu Hause mit Leckerli und kurzen Tragerunden einführen. Ein Hund, der sie als sicheren Ort kennt, bleibt auch in einer vollen S-Bahn gelassen.
Mit Hund im ICE: Platz, Bordbistro und lange Fahrten
Im ICE gelten dieselben Regeln wie in jedem Fernverkehrszug. Wer mit Hund im ICE reist, sucht sich vor allem einen Platz mit Bodenfläche: Der Hund liegt vor, unter oder neben dem Sitz, und weil es für ihn keine Reservierung gibt, entscheidet die eigene Sitzwahl. Plätze am Wagenende oder mit etwas mehr Fußraum sind ruhiger als der Gang, in dem ständig Menschen und Koffer vorbeikommen.
Ins Bordbistro und ins Bordrestaurant darf der Hund nicht mit, ausgenommen Assistenzhunde. Wer allein reist, packt deshalb Proviant ein, statt den Hund für den Kaffee am Platz zurückzulassen.
Für eine lange Zugfahrt mit Hund zählt die Planung mehr als die Ausstattung. Direktverbindungen sind entspannter als viele Umstiege, und ein Umstieg mit 20 bis 30 Minuten Aufenthalt schafft Zeit für eine kurze Runde vor dem Bahnhof. Wasser sollte griffbereit sein, gefüttert wird besser erst am Ziel.
Nachtzug mit Hund und Reisen nach Österreich und in die Schweiz
Im Nachtzug gelten eigene Regeln. Im ÖBB Nightjet reist ein Hund nur mit, wenn das ganze Abteil gebucht ist, in die Mini Cabin darf er nicht. Die Fahrkarte für den Hund gibt es im Zug, telefonisch beim ÖBB-Kundenservice oder am Schalter. In den Liege- und Schlafwagen der EuroNight-Züge von PKP, ČD und MÁV sind Hunde nicht zugelassen.
Auf grenzüberschreitenden Fahrten mit der Deutschen Bahn kostet ein großer Hund 50 Prozent des Flex- oder Sparpreises. In Österreich gilt im Zug Maulkorb- und Leinenpflicht, der Hund bleibt am Boden. In der Schweiz zahlen alle Hunde außerhalb eines Behälters den halben Preis der 2. Klasse oder fahren mit der Hunde-Tageskarte für CHF 25 einen Tag lang mit. Kleine Hunde bis 30 cm Schulterhöhe reisen dort im Behälter kostenlos.
Nicht mitreisen dürfen Hunde, ausgenommen Blinden- und Begleithunde, auf Verbindungen nach Großbritannien, Irland und Norwegen. Nach Italien ist die Mitnahme großer Hunde ausgeschlossen.
Mit Hund Bahn fahren: so klappt die erste Fahrt
Die erste Zugfahrt gelingt am besten mit einem müden Hund und leerem Magen. Ein ausgiebiger Spaziergang vor der Abfahrt senkt den Energiepegel, gefüttert wird erst nach der Fahrt, das beugt Übelkeit vor. Kurz vor dem Einsteigen noch einmal lösen lassen.
Für den Anfang eignet sich eine kurze Strecke von 20 bis 30 Minuten zu einer ruhigen Tageszeit. Randzeiten statt Berufsverkehr, ein Platz mit Bodenfläche und zwischendurch bewusst ignorieren statt dauerhaft beruhigen: So lernt der Hund, dass Zugfahren ein Nicht-Ereignis ist.
Ins Gepäck gehören Wasser und ein vertrauter Geruch. Eine Trinkflasche mit integriertem Napf spart den separaten Napf, eine gewohnte Decke macht den Platz am Boden vertraut. Jeder Umstieg ist für den Hund Stress, ruhige Fahrzeit ist es nicht, deshalb lohnt die Verbindung mit weniger Umstiegen, auch wenn sie etwas länger dauert.
Checkliste für die Zugfahrt mit Hund
Für die Fahrt selbst braucht es weniger, als viele einpacken. Diese Punkte decken den Normalfall ab:
- Fahrkarte für den Hund: bei großen Hunden griffbereit in der App oder ausgedruckt
- Leine, Geschirr und Maulkorb: in Zügen der DB Pflicht für jeden Hund außerhalb der Box
- Geschlossene Tasche oder Box: für kleine Hunde, passend für den Platz unter dem Sitz oder in der Ablage
- Wasser und Trinkgelegenheit: Flasche mit Napf-Funktion oder faltbarer Reisenapf
- Vertraute Decke: macht den Platz am Boden zum bekannten Ort
- Kotbeutel und kleines Handtuch: für die Runde am Umstiegsbahnhof
- Kauartikel oder gefülltes Kauspielzeug: beschäftigt ruhig, ohne den Waggon zu unterhalten
Alles zusammen passt in eine Seitentasche, mehr Ausrüstung macht die Fahrt selten besser.
FAQ: Häufige Fragen zum Hund im Zug
Darf der Hund bei der Deutschen Bahn auf den Schoß?
Vorgesehen ist das nicht. Laut Deutscher Bahn sitzt oder liegt ein Hund vor, unter oder neben dem Sitzplatz. Kleine Hunde reisen in einem geschlossenen Behälter, der unter den Sitz oder in die Gepäckablage gehört, nicht auf einen Sitzplatz. Den Schoß nennt die Bahn in ihren Hinweisen nicht. Wer sichergehen will, stellt die geschlossene Tasche an den Boden und behält den Hund so im Blick.
Gilt das Deutschlandticket auch für den Hund?
Nicht automatisch. Ob ein Hund mit dem Deutschlandticket kostenlos mitfährt, entscheidet der jeweilige Verkehrsverbund. In einigen Regionen, etwa in NRW oder Berlin, ist die Mitnahme ohne Aufpreis möglich, anderswo braucht er ein Zusatzticket, oft zum Kindertarif. Kleine Hunde in einer geschlossenen Tasche oder Box fahren bundesweit kostenlos. In ICE, IC und EC gilt das Deutschlandticket ohnehin nicht.
Wo macht der Hund bei einer langen Zugfahrt sein Geschäft?
Im Zug gar nicht, eine Möglichkeit dafür gibt es dort nicht. Deshalb vor dem Einsteigen ausgiebig lösen lassen und bei längeren Strecken Umstiege mit etwas Aufenthalt einplanen, um kurz vor den Bahnhof zu gehen. Kotbeutel gehören ins Handgepäck, ebenso ein Tuch für kleine Missgeschicke. Welpen und ältere Hunde starten besser mit kurzen Strecken.
Was kostet ein Hund im Zug?
Kleine Hunde bis zur Größe einer Hauskatze fahren im geschlossenen Behälter kostenlos. Größere Hunde brauchen bei der Deutschen Bahn eine eigene Fahrkarte zum halben Preis, beim Flexpreis ebenso wie beim Sparpreis. Im Nahverkehr gilt der halbe Normalpreis, beim Länder-Ticket zählt der Hund wie ein Erwachsener. In der Schweiz kostet die Hunde-Tageskarte CHF 25.
Wie lange hält ein Hund eine Zugfahrt aus?
Erwachsene, entspannte Hunde schaffen mehrstündige Fahrten gut, wenn sie vorher gelöst haben und Wasser dabei ist. Als Faustregel gilt: alle drei bis vier Stunden eine Pause zum Lösen einplanen, bei längeren Strecken also Verbindungen mit einem Umstieg mit Aufenthalt wählen. Welpen und unruhige Hunde starten besser mit kurzen Strecken von 20 bis 30 Minuten.
- Hundetragetasche: welche Größe passt zu welchem Hund?
- Reisenapf für Hunde: Wasser und Futter unterwegs richtig wählen
- Hundedecke für Sofa, Auto und unterwegs: welche passt?
- Hund im Auto sichern: Anschnallgurt, Box und Pflicht
Alles für Wege mit Hund gibt es in unserer Kategorie Unterwegs.